Eigentlich....

01.06.09

Permalink 23:51:24, von Matthias Email , 743 Wörter, 461 Ansichten   German (DE)
Kategorien: 130 Innenausbau

Eigentlich....

sollte jetzt der Innenausbau mit voller Kraft vorangetrieben werden. Aber es gibt ja die natürliche Aberation oder so... Nachdem die Innenwände und Decken nun auch im Bio-Solar-Haus Erdgeschoß fast fertig beplankt, geschpachtelt und geschliffen sind, sollte es an die Finalbeschichtung und den Fussboden gehen. Sollte....
Im Holzhaus, in dem man fast kein Holz sieht, wollten wir wenigstens sichtbaren Holzboden haben. Nachdem OSB für die größeren Flächen bei der Familie nicht den richtigen Anklang fand, sollte es Parkett sein. Buche gedämpft, eine Sorte fast durchgängig. Die Auswahl wurde durch ein aktuelles Angebot unseres Holz-Lieferanten beflügelt.
Fliesen im Bio-Solaren Gäste-WC, im Bad, im Eingangsbereich und später im Wintergarten. Fichte-Dielen in der Loggia und OSB im Hauswirtschaftsraum. Diese Auswahl war recht schnell getroffen und von allen Seiten akzeptiert. Alles easy? Denkste - Probleme braucht das Bauprojekt. Das liebe Parkett möchte mit einer Unebenheit bis höchstens zu den Werten der DIN 18202 verlegt sein. Die OSB-Platten im Obergeschoß unseres Bio-Solar-Hauses schienen dem nicht zu genügen, da sie in der Mitte über den zentralen Stahlträger gespannt waren. Die DIN geht nun von einem Stichmaß, also der Tiefe zwischen zwei Hochpunkten als Maß aus. Wie soll das aber gehen, wenn in der Mitte des Geschosses eine wesentlich höhere Linie verläuft? Rechts und links davon geht es jeweils auf wenigen Zentimetern Länge um gut 1,5 Zentimerter runter. Kam daher auch unser allzeit bemängeltes Knarren, Knirschen und Knacken des Bodens im Obergeschoß?
Die sich anbahnende Katastrophe wurde vom herbeigerufenen Bauleiter kurzerhand durch Heraussägen des hochgewölbten OSB-Bodens über dem Stahlträger behoben. Leichte, sich durch die nahegelegenen Dämmungs-Einblasöffnungen ergebende Instabilitäten behoben wir durch Unterschrauben von Laschen aus Schalbrettern und so könnte nun der Boden verlegt werden. Tja könnte, wenn wir die Holzfaserplatten zur Trittschalldämmung schon bestellt hätten. Haben wir aber nicht, da deren Anzahl wegen oben beschriebener Unebenheitprobleme unklar war und der Lieferkosten wegen nicht auf mehrere Lieferungen aufgeteilt werden sollte. Mein Gott ist das kompliziert..
Also erstmal was anderes anfangen. Trockenestrichelemente für die Fliesenbereiche bestellt - Lieferzeit ca. 2 Wochen. Das wird also auch nix. Dielen für die Loggia - dafür braucht es auch die HF-Dämmplatten - wird auch nix.
Bleiben als Arbeit für die Damen die Wände der Loggia zu streichen. Dazu müssen die Testanstriche runter, Restflächen gespachtelt und die Übergänge zum Wintergarten fertig sein. Also beplanken Tobi und ich die Aussenwände im Wintergarten mit Fermacell. Die Traglattung der Dämmplatten des Aussenhauses ist jedoch nicht hoch genug um mit einlagiger oder gar zweilagiger Beplankung die Rahmen der Wintergarten-Verglasung zu erreichen. Damit nicht Anschlussleisten gesetzt werden müssen, entschliessen wir uns, die Traglattung durch eine weitere Lage Schalbretter zu ergänzen. Das macht 24 mm zusätzlich und dann erreichen wir mit einer 12,5mm FC-Platte die Fensterrahmen. Ja und dann ist noch der Lufteintritt in den Zwischenraum der beiden Bio-Solar-Häuser zu gestalten. Dem Bio-Solar-Haus Prinzip zu Folge wird die Luft im Wintergarten von der Sonne erwärmt und steigt in den Dachraum auf. Kühl-feuchte Luft aus dem Zwischenraum der beiden Häuser wird nachgezogen. Und die muss ja irgendwie in den Wintergarten gelangen. Dazu sind Öffnungen in der Luftschicht erforderlich. Die sollen aber nicht nur hässliche Löcher sein, sondern sich unauffällig in den Wintergarten integrieren. Lochblech-Blenden waren angedacht. Ausser teuer waren die aber auch hässlich. Also ein Eigenbau mit Holzgittern aus Sperrholzstreifen? Auch hier half ein Gespräch mit dem Bauleiter: Lamellentüren aus dem Baumarkt waren früher die bei BSH-Bauherren beliebte Lösung. Und der hiesige Bauherr hatte da sogar noch was herumstehen. Alles zur Säge und zum Leimtopf und schon waren die Lüftungklappen und gleich noch die Zugänge zum "toten Raum" Geschichte.
Die eigentliche Beplankung im Wintergarten war dann nur noch der übliche, aber endlos lästige Kleinkram. Nach Schleifen, Spachteln, Schleifen, Grundanstrich mit Quarzgrund und Schlussanstrich mit Lehmstreichputz werden am nächsten Wochende die Wände im Wintergarten wohl fertiggestellt werden.
Aber eigentlich sollte doch der Innenausbau ... wie gesagt leichte Aberation!

Ach ja, der Bauherr hat sich neu verliebt -- in eine Kapex Säge von Festool. Das Testgerät wurde angeliefert und weckt ob seiner Genialität Begehrlichkeiten bei Bauherr und Junior. Die Damenwelt beschränkt sich auf Äusserungen wie "Naja - sägt halt. Ist ne Säge für Bretter!" Ja stimmt, aber was für eine!!!

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