Ziemlich zu Anfang unseres Biosolar-Hausbaus in Kassel war uns ein Fehler unterlaufen: Die Städtischen Werke Kassel als Wasser- und Energielieferant hatten uns für die Erdarbeiten die zuverlässige Firma Herdes empfohlen. Ohne zu ahnen auf welche Katastrophe wir uns da einlassen, haben wir die Firma nach kurzem Feilschen beauftragt.
Das Unheil nahm seinen Lauf ....
Termine, Rückmeldungen an den Auftraggeber, nachfolgende Gewerke mit exaktem Terminrahmen, exakte Niveaupläne und Bauzeichnungen - all das scheint es in der Welt des traditionsreichen Familienunternnehmens Herdes aus Kassel nicht zu geben. Ich habe bereits damals über das Desaster und die Konsequenzen für das bauherrschaftliche Wohlbefinden geschrieben.
Aber das war noch nicht alles ... Wir waren damals so deppert einen Vertrag über das Gesamtgewerk abzuschließen. Dazu kam es, weil der Preis akzeptabel schien und die Empfehlung der STWKS unsere Gutgläubigkeit animierten.
Gesamtwerk heisst in unserem Falle:
Teil 1:
Baustraße anlegen, ca. 25m Kanalrohre sowie Leerrohre für Gas, Wasser, Strom und
Telefon zwischen Baugrube und Grundstücksgrenze/Straße legen.
Teil 2:
Bürgersteig und Straße bis zur Mitte öffnen, Kanal ans öffentliche Netz anschließen. Dann kommen die STWKS und legen den Rest in die Leerrohre. Fa. Herdes verfüllt und asphaltiert dann wieder.
Die katastrophale Terminplanung von damals ging nun Anfang September in die zweite Runde, als wir den Teil 2 starteten. Auf diverse telefonische Terminzusagen folgte ... - richtig exakt gar nichts! Jetzt gehen wir auf Ende November zu und nichts ist passiert. Hinhaltetaktik, Schuldzuweisungen an andere Firmen ("Die halten sich nicht an ihre Termine..." =:-[) "Das Wetter ist so schlecht")
Das Dilemma: In die zweite Hälfte des Vertrages will nun auch keine andere Firma zu einem annähernd anständigen Preis einsteigen.
Die Baufirmen in Kassel haben so viel zu tun, daß sie Aufträge ablehnen können. Soviel zu Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosenrate in der Baubranche!
Es ist ein echter Jammer, was uns die Fa. Herdes schon wieder Zeit, Geld und Nerven kostet.
Mal sehen was als nächstes kommt: Schnee, Eiszeit, eingefrorener Bagger oder sonstwas. Irgendwie haben wir alle schon den Glauben an einen Einzug im Frühsommer 2010 aus den Augen verloren.
Am liebsten würde ich einen Bagger mieten und selbst loslegen ... aber dazwischen hat der Hergott haben die städtischen Werke eine bestimmte Konzession gestellt - und die hat die Fa. Herdes!
Durch einen Planungsfehler endet das Leerrohr zur Regenwasserzisterne im Hauswirtschaftsraum nun genau unter dem zukünftigen Wärmespeicher. Das Innenleben (Stromkabel, PE-Rohr und Zugdraht) müssen daher eingebracht werden, damit der Fussbodenaufbau im HWR beendet werden kann und der muss beendet sein, damit die Innenwände im EG gestellt werden können. Schon länger habe ich diese Arbeiten vor mir her geschoben, denn nach der reienn Installateur-Lehre hätte man die Tauchpumpe für über 700 Euro mit wasserdicht angeflanschtem Kabel gleich einbauen müssen. Das geplante Jahr bis zum Einzug hätte dieses Geld dann ungenutzt in der Zisterne gelegen - ein unangenehmer Gedanke zumal die tatsächlichen Baukosten die von BSH-Becher geratenen geplanten Kosten schon länger dezutlich übersteigen. Und wer eiss, was für Überraschungen noch kommen werden.
Na jedenfalls haben wir uns entschlossen, jetzt erstmal das PE-Druckrohr und ein NYM-Erdkabel in das KG-Rohr zu legen. Nach Einzug wird dann in der Zisterne ein wasserdichter IP67 Verteilerkasten montiert, in dem die Pumpe angeschlossen wird.
Nachdem bereits am Donnerstag eine kleine Plastikflasche mit dünnem Seil daran und einer GieskanneWasser einem Floss gleich erfolgreichvom HWR in die Zisterne geschippert war, sollte der Rest zack-zack erledigt sein: Dickres Seil angebunden, durchgezogen, 32mm PE-Rohr, Erdkabel und Folge-Zugschnur im HWR miteinander verbunden, am Seil befestigt und durchgezogen - so der Plan.
In der Realität ergab sich eine heftige Schinderei, das PE-Rohr wollte partout nicht durch das KG-Leerrohr. Nach mehrfachen Wechseln der Einzugrichtung, diversen Konstruktionen am Rohranfang brachte schließlich ein Lappen über den Rohranfang geschlagen und satt mit mehreren hundert Gramm Vaseline geschmiert zusammen mit den letzten Kräften von Tobi und mir den Durchrutsch.
Zwei Reihen OSB-Platten haben wir am Abend dann noch im HWR gelegt. Nach dem Abendessen habe ich eine Nachtschicht eingelegt um die ganzen Frickeleien im HWR in die Bodenplatten zu schneiden.
Nach falscher Voranmeldung und Terminierung ist die Firma H. heute mal wieder zur Erledigung von Restpunkten erschienen. Das sollte zwar eigentlich bereits am Dienstag erfolgen, aber es ist ja die Firma H.!
Nun denn erschienen sind der Chef und ein Arbeiter mit Pritschenwagen. Der Minibagger steht ja bereits seit Dienstag vor dem Bau. Nach kurzem "Anbaggern" wird festgestellt, daß die zum Zisternenanschluß benötigten KG100-Rohre vergessen wurden. Ich erlaube mir den Hinweis, daß laut Chef ja Kanalrohre nur im Sandbett verlegt werden sollen. Und so kommt man zu dem Schluß, dass auch der Sand vergessen wurde, die bereits eingefüllte Erde sei nur zur Beschwerung der Rohre, damit sich selbige nicht mehr bewegen und dass man also nunmehr Rohre, Bögen und Sand besorgen müsse. Zu dieser Fahrt macht sich dann der Chef der Firma H. auf. Währenddessen baggert der Arbeiter fleissig weiter nach dem aus dem Fundament hervorstehenden KG100 Leerrohr für die Zisternen-Entnahmeleitung. Selbiges liegt direkt neben dem von ihm persönlich vor nur 3 Wochen verlegten Kanalrohr. Selbiges findet er dann sehr schnell indem er es durch Berührung mit den Bagegrzähnen kräftig knirschen und knacken lässt. Na denn - nochmal Glück gehabt, das Kanalrohr bleibt trotz deutlicher Zahnspuren heil. Ich weise darauf hin, dass die Zisterne 2,5 Meter Durchmesser hat, exakt zentrisch unter dem Deckel sitzt und in 43cm Tiefe unter Deckel der Zulauf liegt. Dann gehe ich schnell den Fotoapparat zum Dokumentieren der Lage der Rohre Holen. Nach 45 Sekunden bin ich zurück, der Zulauf ist aber bereits "weggebaggert" und der Arbeiter verkündet stolz: "Nichts was sich nicht reparieren liesse!" Schnell ist das Einlaufrohr ausgetauscht, nicht eindedichtet, aber immerhin ausgetauscht. Und kurz nach dieser Heldentat trifft der Chef der Firma H. von seiner Besorgungsfahrt mit ein paar Körnern Sand auf dem Pritschenwagen ein. Auch dem Arbeiter fällt auf: Da war doch noch was, muss Chef wohl nochmal los! Aber erst noch schnell mit der Flachschippe ein paar der Sandkörner zu den Rohren geworfen und dann - husch husch - geschwind Erde drüber damit Bauherr das Elend nicht zu sehen kriegt.
Diese Aktion scheitert jedoch mittendrin weil kein Treibstoff mehr im Bagger ist. Wohlgemerkt - es ist Montag Morgen, der Bagegr wurde extra für diese Baustelle angefahren und war gerade mal 15 Minuten im Einsatz.
Der Chef eröffnet nun dem Bauherrn, daß es sich nicht lohnt jetzt Sprit zu holen und er ja noch eine öffentlich Baustelle in Wolfratshausen hat, für die er endlich eine ABhname benötigt. Also werden die Arbeiten erstmal eingestellt. "Am Nachmittag oder morgen am Samstag kommt aber nochmal jemand vorbei!"
So nun haben wir es mal wieder geschafft - Gräben ausgehoben, Erdhaufen überall, Zugang zum Haus blockiert - nur gut, daß wir keinen Lieferanten mehr erwarten.
Und Nachmittags - alle Hoffnung war schon aufgegeben - um 14:30 hört man plötzlich den Bagger auf der Baustelle. Der Chef der Firma H. ist alleine erschienen, hat den trockengefahrenen Bagger betankt, verfüllt die Gräben und verdichtet sie. Nicht ganz - er beginnt mit dem Verdichten per Stampfer, wird aber durch Ausfall des Gerätes wegen Spritmangel jäh unterbrochen. Bauherr spendiert sein letztes Rasenmäher-Benzin, was jedoch nicht sehr weit reicht. Daher muss Bauherrin zur Tankstelle fahren und Sprit beschaffen. Nachdem der Stampfer betankt ist, übernimmt Bauherr das Verdichten mit Stampfer während Firmenchef H. endlich (!!!) die Böschung der Baugrube mit dem Bagger herstellt. Bis ganz zur Ecke der Grube schafft er es aber nicht, denn er muss schnell weg zu einem wichtigen Termin und um den Rasen bei einer Bekannten zu mähen. Ganz schnell kratzt er mit der Bagger schaufel noch eine Rinne in die Baustrasse, damit Bauherr das PE-Lerrohr zur Aufnahme des Stromkabels für die Garagenbeleuchtung einlegen kann. Chef kommt dann auf dem Rückweg vom Rasenmähen nochmal schnell vorbei.
Das tut er auch und schiebt mit dem Bagegr den Schotter über das eingelegt Leerrohr. Dann muss er allerdings sehr schnell weg, weil sonst die Pizza bei derTochter kalt wird. Die weiteren Restpunkte erledigt er dann am Montag Morgen wenn er den Bagger abholt.
Eine Familie baut ihr Bio Solar Haus in Kassel - wohlgemerkt das erste Bio-Solar-Haus in Kassel! Hausbau in Kassel
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Auf bau.de beantwortet BSH-Selbstbauer Frank viele, viele Fragen von Interessenten.
Hochinteressanter Thread!
Familie Kostka baut ein 1 1/2 geschossiges Stahl Bio-Solar-Haus in Braunschweig Lamme
Viele Fotos, keine akuellen Einträge
Die Familie Engelmann baut ein Stahl-Bio-Solar-Haus mit 1 Etage. Harte Arbeit, viele Helfer und eine bloggende Bauherrinnen-Mutter zeichnen dieses Projekt aus.
Die Familie von Harlessem baut ein BSH in Siegen und steigt in den BSH-Vertrieb ein. Das Blog ist in 2006 irgendwann 'versiegt'.
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]mehrMassivbau mit Keller - geradezu unheimlich schnell hochgezogen.
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